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November 16th, 2016

#OPENCODE

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#OPENCODE

Ideenwettbewerb für eine Modernisierung des Plaza de España

Madrid, Spanien 2016

Der Plaza de España repräsentiert einen Prozess von kontinuierlichem Qualitätsverlust aufgrund einer Vielzahl an Faktoren: Lärmbelastung, Luftverschmutzung, schlechter Zustand der städtischen Umgebung sowie der Bepflanzung, räumliche Barrieren, eine fehlende Verbindung zu anderen Stadtplätzen, aber vor allem der ansässige Verkehrsknotenpunkt im Herzen Madrids bewirkte eine Verschlechterung des Stadtplatzes im Laufe der Jahre.

Das Ziel des Wettbewerbs ist, Ideen für eine Reurbanisierung des Plaza de Españas und dessen Umgebung zu generieren. Die geplanten Aktionen sollen ein neues Konzept für den öffentlichen Platz und die Stadtlandschaft entwickeln, eine Neuorganisation der Mobilität aufstellen, neue Möglichkeiten zur Nutzung vorschlagen und ökologische und nachhaltige Aspekte berücksichtigen. Zu diesem Zwecke schufen wir ein interdisziplinäres Team, welchem Experten für Bürgerbeteiligung (Paisaje Transversal), Mobilität (Hécate Ingeniería), und ökologische Wiederherstellung (Creando Redes) beiwohnten. Aus der gemeinsamen Diskussion entstand ein pluraler Entwurf, der sich auf drei Aktionsrichtlinien stützt:

1. Veränderung der Mobilitätsstruktur, innerhalb und außerhalb des Platzes

2. Wiederherstellung der grünen Infrastruktur

3. Schaffung von Werkzeugen, um eine Interaktion zwischen Bewohner und Stadt zu ermöglichen

 

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1. VERÄNDERUNG DER MOBILITÄTSSTRUKTUR, INNERHALB UND AUSSERHALB DES PLATZES

Der Entwurf zielt darauf ab, die Benutzung von Privatfahrzeugen unattraktiv zu machen und so den öffentlichen Verkehr zu stärken. Der öffentliche Gemeinschaftsraum gewinnt an Bedeutung durch neue Schwerpunktachsen und einer einzigen Haltestelle, welche das Umsteigen von der U-Bahn erleichtert, sowie die Benutzung des Platzes als FußgängerIn oder RadfahrerIn harmonisiert.

Um diese Ziele zu erreichen, werden die beiden Funktionen des Platzes, Treffpunkt und Stadteinfahrt für den motorisierten Verkehr, überlagert. Kurven werden vermindert, aber die Zufahrten zu den angrenzenden Bezirken werden erhalten um deren Funktionen (Wohnen, Service, Einrichtungen, Hotels,…) zu erhalten. Der störende und stark belastende Durchfahrtsverkehr wird auf die Stadtautobahn verlagert, welche für diesen Zweck entworfen wurde.

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2. WIEDERHERSTELLUNG DER GRÜNEN INFRASTRUKTUR

Die geplanten Aktionen am Plaza de España sind eine Saat, der erste Schritt, für eine Wiederherstellung der grünen Infrastruktur Madrids, welche die Güterversorgung für die Bevölkerung sowie das Gleichgewicht des Ökosystems unterstützt und somit die Effekte des Klimawandels eindämmt. Die Umwandlung des Plaza de Españas ist ein Schlüsselfaktor um Verbindungen unterschiedlicher Grünräume in Madrid herzustellen und den Stadtraum wieder zurück zur Natur zu führen.

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3. WERKZEUGE FÜR DIE NUTZUNG UND DAS MANAGEMENT DER STADT

Aus der Ferne betrachtet, basieren die Interventionen am Plaza España auf einer ökologischen Verbindung auf territorialer Ebene, einer Umdrehung der Mobilitätshierachie, welche eine Qualitätssteigerung des öffentlichen Raumes und der Lebensqualität mit sich bringt. Diese Verbesserungen finden direkt am Platz sowie in der Umgebung statt, mit dem Ziel, sich auf die gesamte Stadt auszuwirken.

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Aus der Nähe betrachtet, mit konkretem Fokus auf den Platz, wird eine System aus aufeinander folgenden Strategien entworfen:

a. Es wird eine ebene Plattform geschaffen, auf welcher sich ausschließlich Objekte befinden, die unveränderlich und unverschiebbar sind, wie bestehende Bäume, die Don Quijote-Statue, Anlagen der Parkgarage, usw. Dadurch wird ein klarer und einfach lesbarer Raum geschaffen, der Zirkulation zulässt.

b. Es entsteht ein heterogener offener Platz mit einem durchmischten Fluss von mehr und weniger kompakten Elemente, als wäre es Magma. Die Elemente passen sich an die diversen analysierten urbanen Situationen an.

c. Das gesamte Planungsteam elaborierte eine Matrix, die alle nötigen Funktion enthält, sie gewichtet und untereinander aufgrund ihrer Möglichkeiten und Vereinbarkeit verknüpft.

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Historisch sind die Stadtplätze Madrids Orte, an denen sich jedermann/frau trifft: NachbarInnen, BürgerInnen sowie TouristInnen. Deshalb werden durch die geplanten Interventionen Treffpunkte und Ruhezonen wiederhergestellt, welche im Laufe der Zeit in Verkehrsflächen umgewandelt wurden. Gleichzeitig können aufgrund der neuen Platzkonfiguration, Veranstaltungen in unterschiedlichen Größen durchgeführt werden.

Interventionen, wie die Verminderung urbaner Barrieren, wodurch Mikrodistanzen in der Stadt verkürzt werden, die Entfernung architektonischer Barrieren, um die Mobilität zu vereinfachen sowie die Einbindung städtischer Einrichtungen, werden immer von einer Einbindung des/der BürgerIn in den Platz begleitet.

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Das Hauptaugenmerk des Entwurfs ist es, eine freundliche Stadt zu errichten, welche das aktuelle Stadtmodell verändert und eine grüne Infrastruktur im Zentrum fördert. Am Plaza de España treffen BürgerInnen auf ihre Parks. Es entsteht ein Plaza España für alle, die in Madrid leben und die Madrid leben, die sich noch an die Zeit erinnern, als Kinder auf der Straße spielten und als die Stadtplätze voll mit Leben waren, und die sich genau das auch für ihre Kinder wünschen.

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Wir möchten uns für die anregende Debatte und die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse beim multidisziplinären Team bedanken,

> Paisaje Transversal:

Iñaki Romero, Jon Aguirre, Jorge Arévalo, Pilar Díaz, Guillermo Acero.

> Hécate Ingeniería:

Miguel Álvarez, Samir Awad, Adrían Fernández.

> Creando Redes:

Sandra Magro, Ana Méndez.

> Arenas Basabe Palacios arquitectos

Enrique Arenas, Luis Basabe, Luis Palacios.

Mitarbeit: Silvia Muñoz, Lucía Leva.